Überwachung, egal wer es macht und zu welchem Zweck, läuft längst (ausschließlich) digital ab. Die Technologien werden ständig verfeinert und Tec-Institutionen und/odere Tec-Unternehmen wie die NSA, die Firma Palantir und andere, egal ob im Westen oder Osten unserer Hemisphäre, haben enormen Einfluss auf den Stand dieser Technik, und was damit geschieht. Damit muss man leben (können).
Ein Bereich funktioniert nach wie vor vergleichsweise sicher: Alles, was Low-Tec darstellt. Damit kommt High-Tec schlicht und ergreifend nicht zurecht. Da kann man ansetzen.
Im Jahr 2005, also vor gut einem knappen Vierteljahrhundert gab es in Deutschland 120.000 öffentliche Telefonzellen. Inzwischen sind es weniger als ein Drittel, konkret weniger als 40.000. Die Zahl der Mobilfunkanschlüsse liegt bei 200 Millionen inkl. aller SIM-Karten (Stand 2025). Der Trend beider Entwicklungen ist eindeutig.
Der Vorteil der öffentlichen Telefonzellen ist bzw. war: Man konnte anrufen und auch angerufen werden. Letzteres, wenn man die Nummer des Anschlusses kannte. Überwachung auf diesem Wege war/ist technisch praktisch nicht möglich. Bzw. mit erheblichem Aufwand verbunden.
Ähnlich funktioniert es auch beim Festnetz. Abhören ist weit umständlicher als im Mobilfunkbereich. Das kann man sich zunutze machen. Und man sollte es auch. Denn wenn es bei Mobilfunkbetreibern technische Probleme oder gar Ausfälle gibt, was in gewisser Regelmäßigkeit vorkommt, verbleibt die analoge Technik. Und umgekehrt. Mit zwei verschiedenen und voneinander unabhängigen Systemen sind Sie immer auf der sicheren Seite. Bei Stromausfall allerdings bleiben ISDN-gestützte Festnetztelefone allerdings stumm.
Egal wie:
Wenn Sie auf “Nummer sicher” gehen wollen, besteht eine Option darin, dass Sie Ihren Nachbarn bitten, für Sie pro Forma einen Festnetzanschluss zu organisieren. Wenn das nicht zu umständlich ist, via Verlängerungsleitung den Apparat bei Ihnen aufzustellen und Sie natürlich alle anfallenden Kosten übernehmen, haben Sie eine einfache Möglichkeit, ungestört zu telefonieren. Denn selbst wenn es einen richterlichen Abhörbeschluss geben sollte, gilt der nur für Ihre Namen bzw. Ihre Rufnummer. Aber nicht für jene, die auf den Nachbarn angemeldet ist.
Im Gegensatz zur untergegangenen DDR beschäftigt die Deutsche Post keine Spitzel, die Briefe oder Pakete heimlich öffnet, inspiziert, wieder verschließt und dann dem Empfänger zustellt. Trotz abnehmendem Briefpostvolumen ist es bei der derzeitigen Versand- und Sortiertechnik mittels OCR-Verfahren nur erschwert möglich, einzelne Sendungen abzufangen und heimlich zu lesen. Das kann höchstens auf der letzten Zustellstufe, nämlich beim Briefaustragen geschehen.
Wenn man auch das ausschließen möchte, so bieten sich diese Lösungen an:
Entweder man lässt sich entsprechende Post in Deutschland “postlagernd” zustellen. Dieser Service wird nur bei ausgewählten Postämtern angeboten, zu finden unter www.postfinder.de. Dort werden Sendungen bis zu 7 Werktagen aufbewahrt. Fürs Abholen ist dann ein Ausweis notwendig. Handelt es sich um eine internationale Postsendung, muss diese mit “poste restante” gekennzeichnet sein. Über ein vereinbartes Signal kann dann jeder dem anderen mitteilen, dass Post unterwegs ist.
Oder man praktiziert es wie beim Festnetztelefon. Sie beauftragen einen guten Bekannten, Freund oder Nachbarn, an seinem Klingelschild einen weiteren fiktiven Namen anzugeben, der - für den Vermieter vorübergehend natürlich nur - quasi als Untermieter dort wohnt. Post für Sie kann dann dorthin via “c/o Soundso” adressiert werden. Und ebenso wissen Sie dann nach einem vereinbarten Signal, dass Post für Sie zum Abholen wartet.
Zwei voneinander unabhängige Kommunikationskanäle sind in jedem Fall von Vorteil. Zusätzlich kann man die analoge Technik auch für andere Zwecke nutzen. Das muss nicht durchgehend der Fall sein. Kann aber im besonderen Fall äußerst nützlich sein.
Davon abgesehen: Mit einem parallelen Kommunikationskanal, der sich sehr viel schwerer überwachen lässt, kann man über den anderen eine falsche Fährte legen. Und potenzielle Überwacher in die Irre führen. Konkret: Auf analogem Weg macht man die eigentliche Recherchearbeit, digital legt man falsche Spuren.
Johannes Ludwig