Erik WESTERMANN, Braunschweiger Zeitung

Foto: Tobias Brabanski - Funke Mediengruppe Niedersachsen

“Ich liebe meine Arbeit und kann mir keinen anderen Job mehr vorstellen: Ich kann nach Geschichten graben, die Wirklichkeit für unsere Leser abbilden, habe mit bemerkenswerten Menschen zu tun – und tue etwas Sinnhaftes”, so Erik WESTERMANN über das, was er tagtäglich macht. 

Der Zufall war es, der ihn dazu brachte. Weil er während seines Studiums der Englischen Philologie und der Neueren Geschichte Geld verdienen musste: Als Freier Mitarbeiter beim Göttinger Tagblatt. Sein Themengebiet: Popkultur. Bis ihn ein Redakteur gefragt hatte, ob er nicht als Volontär anfangen wolle. 

Seit 2012 arbeitet er bei der Braunschweiger Zeitung, inzwischen mit dem Schwerpunkt Gerichts- und Kriminalberichterstattung.

Aber nicht nur: “Wenn ich daran sitze, finde ich viele Geschichten wichtig. Geschichten von Opfern, die mit den Folgen von Verbrechen allein bleiben. Geschichten von (Un-)Schuld und Sühne. Im Sinne des Wächterpreises könnte man die laufende Recherche zu den Vorwürfen gegen die ehemaligen Betreiber eines Altenheims nennen”, betont WESTERMANN.

Und so wurden ihm auch verschiedene Journalistenpreise zuerkannt: 2009 war er für den Deutschen Reporterpreis nominiert, 2011 und 2012 hatte er einen “Alexanderpreis” erhalten, 2025 den “Funke-Award und 2026 den Preis des “stern” jeweils für die Josephine R-Geschichte. Ebenfalls 2026 wurde ihm das “Wächterpreis-Stipendium” als auch der “Madsack-Award” zugesprochen.

Wieso er das umfangreiche Dossier dazu erstellt hatte, nachdem alles ‘gelaufen’ war?

“Ich habe mich für meine Fehler und Versäumnisse in diesem Fall geschämt und hatte etwas wiedergutzumachen. Gegenüber den Opfern dieses Versagens, gegenüber unseren Lesern, gegenüber mir selbst. Daran habe ich alles gesetzt. Ich habe gehofft, auf diese Weise die Wahrheit ans Licht zu bringen und einen Teil meiner Schuld abtragen zu können.” Ausführlicher beschreibt WESTERMANN dies in seinem Kommentar zum Dossier: Wenn Mitgefühl Schaden anrichtet - Über den Fall meines Lebens.

Journalismus ist und bleibt ihm unverzichtbar: “Weil es sonst oft niemanden gibt, der den Mächtigen, den Einflussreichen, auf die Finger schaut. Der nach der Wahrheit sucht, den Schwachen eine Stimme gibt, in andere Lebenswelten eintaucht und Menschen informiert. Was geschieht, wenn das (gerade im Lokalen) niemand mehr tut, zeichnet sich immer deutlicher ab.”

Weitere Geschichten und Berichte von ihm auf dieser Site der Braunschweiger Zeitung. Er ist erreichbar unter erik.westermann (at) funkemedien (dot) de