Und das ist offenbar - zumindest derzeit - das Ende von 4 ehemals gut gehenden Kaufhausunternehmen, die von jüdischen Mitbürgern gegründet und mühevoll aufgebaut wurden. Nicht um damit zu spekulieren und dabei entstehende Verluste, Pleiten und Pannen zu sozialisieren und die Profite zu privatisieren, sondern um etwas zu machen, was klassischerweise Kaufleute tun: eine Geschäftsidee umzusetzen, die allen nutzt: den Kunden, der Allgemeinheit und natürlich auch dem eigenen Lebensstil. Bis sie von den Nazis enteignet und verjagt wurden. Dann kamen entweder politisch opportunistische Emporkömmlinge oder große Banken, die jedem ihre Dienste anbieten, solange die Kasse stimmt.
Nach dem “totalen Krieg” und dem totalen Zusammenbruch 1945 gab es für die Verjagten nur vereinzelt Entschädigungen. Die aber nie aufwiegen konnten, was die ursprünglichen Besitzer verloren hatten: ihr eigenes Unternehmen, ihre unternehmerische Identität und ihre Heimat.
Anders die neuen Besitzer, die mit ihren Kaufhausketten in der Ära des “Wirtschaftswunders” nochmals goldene Zeiten erlebten. Bis die “Sanierer” und “Marktbereiniger” kamen, die wenig bis nichts vom Kaufhausgeschäft verstanden und denen es auch nicht wichtig war, ein Geschäftsmodell veränderten Rahmenbedingungen und Kundeninteressen anzupassen.
Dann der letzte Akt, der von Inkompetenz, Geldgier, Spekulation und Größenwahn geprägt war.