Nachdem das vom "Größten Führer aller Zeiten" ausgerufene "Tausenjährige Reich" nach knapp 13 Jahren in Schutt und Asche geendet hatte, begann 1945 die sogenannte Stunde Null. Allerdings in unterschiedlicher Weise:
- Für die Presse war es - nachträglich - ein Segen, dass die westlichen Alliierten in ihren Zonen allen Zeitungsverlegern und Medienmachern das Handwerk legten, die das nationalsozialistische System mitgetragen und publizistisch begleitet hatten. Statt dessen setzten die USA, Großbritannien und Frankreich Menschen als Zeitungsverleger ein, die eine "weiße Weste" hatten und/oder im Widerstand waren. Geld und Kapital spielten keine Rolle, allenfalls ein wenig Know-how im Journalistischen. Im Bereich der Medien und der Presse begann tatsächlich eine "Stunde Null".
- Für viele andere bedeutet die "Stunde Null" nur eine Umstellung der Zeitrechnung. Und für viele war es sogar der Beginn einer "Zweiten Karriere". Manchmal unter anderer Identität, meistens aber unter dem ganz normalen Namen. Denn das nationalsozialistische Staats-, Gesellschafts- und Wirtschaftssystem bestand nicht nur aus einigen wenigen Nazis (3 x "H", 2 x "G"). Vielmehr stützte sich der NS-Staat auf die breite Masse der Bevölkerung, die den Weg in den "totalen Krieg" bis zuletzt mitgegangen war. Und auch schon zu Beginn im Jahre 1933 hatten nur sehr wenige die Courage, den brutalen Übergriffen auf Menschen anderer Religion oder Rasse entgegen zu treten. Die (aller)meisten zogen es vor, die Umstände als gegeben hinzunehmen und sich entweder anzupassen oder a-politisch zu verhalten. Leichtes Spiel für totalitäre Führer, ihren Größenwahn auszuleben.
So wurde 1945 nicht nur Deutschland aufgeteilt, sondern auch ein Teil der restlichen Welt. Waren sich die Siegermächte bzw. ROOSEVELT, CHURCHILL und STALIN, auf der Konferenz von Jalta (Februar 1945) und im August 1945 in Potsdam (TRUMAN, CHURCHILL, STALIN) über die künftige Weltordung noch einig, so zerfiel auch dieses politische Agreement schnell in zwei Lager: in Ost und West. Damit begann das, was wir als "Kalten Krieg" bezeichnen, der bis 1989/1990 dauern sollte.
Die USA, die Deutschland politisch und wirtschaftlich möglichst klein und schwach halten wollten, um ein national(istisch)es Wiedererstarken zu verhindern, mussten sich jetzt die Bundesrepublik als Partner gewinnen. Um die "Generation Schlussstrich" für sich einzunehmen, legten die Amerikaner auf der einen Seite ein gigantisches Wiederaufbau mit US-Geldern auf (Marshall-Plan), auf der anderen Seite wurden mehrere Kriegsverbrecher-Prozesse in Nürnberg schnell und/oder vorzeitig beendet. Z.B. der sog. Wilhelmstrassenprozess. Einer der Profiteure: Der Vorstandschef der Dresdner Bank, Karl RASCHE, der das Finanzinstitut zur Hausbank der "SS" gemacht hatte. Oder auch Carl GOETZ, der Aufsichtsratsvorsitzende dieser Bank. Er bekam 1956 das Bundesverdienstkreuz zuerkannt: "für seine Verdienste um die deutsche Wirtschaft" (mehr unter Die SS, KZ's und die Dresdner Bank).
Ansonsten brannte es auf der Welt an allen Ecken und Enden:
- 1949 der erste arabisch-israelische Krieg unmittelbar nach der Gründung Israels
- 1950 engagierten sich die USA im Korea-Krieg
- danach mussten die USA Frankreich in (Süd)Vietnam unterstützen, weil De GAULLE sein Kolonie nicht aufgeben wollte
- 1956 walzten sowjetische Truppen einen Aufstand in Ungarn nieder
- auf dem afrikanischen Kontinent tobten Unabhängigkeits- und Bürgerkriege, die meistens Stellvertreterkriege für die beiden Weltmächte sind (So hatte z.B. US-Präsident EISENHOWER die CIA angewiesen, den Ministerpräsidenten des unabhängig gewordenen Kongo, LUMUMBA, zu ermorden. Dessen Nachfolger wurde dann der korrupte MOBUTU)
- u.a.m. ...
1958 hieß im östlichen Teil der Hemisphere der neue 'Chef' der Sowjetunion Nikita CHRUSCHTSCHOW - er war jetzt zugleich Partei- und Staatschef des riesigen Reichs. Gleich zu Beginn wollte er ultimativ den Viermächte-Status von Berlin in Frage stellen - der Westteil der Stadt war für den Ostblock wie ein Pfahl im Fleisch. Die drei Westalliierten standen klar zu Berlin/West und gaben keinen Deut nach. Ein anschließender erster Besuch beim US-Präsidenten EISENHOWER 1959 fiel freundlich aus. Doch als ein Jahr später ein amerikanisches Spionageflugzeug vom Typ "U 2" über sowjetischem Territorium abgeschossen wurde, begann CHRUSCHTSCHOW zu toben - u.a. vor der UNO.
Der Kalte Krieg zwischen Ost und West hatte einen weiteren 'Höhepunkt' bzw. kältemäßig gesehen: Tiefpunkt erreicht.
Und jetzt zur "Kuba-Krise":