Diese Site lässt sich direkt aufrufen und verlinken unter www.ansTageslicht.de/DarkWeb.
Sie ist Bestandteil des Themenschwerpunkts Investigativer Journalismus/Investigatives Recherchieren: www.ansTageslicht.de/investigativ.
Zunächst: Das Dark Web ist nicht identisch mit dem Deep Web. Letzteres meint nur, dass Inhalte nicht so einfach von regulären Suchmaschinen gefunden werden können, weil sie beispielsweise in Datenbanken archiviert sind, auf die Suchmaschinen keinen Zugriff haben. Etwa wenn man Datenbanken nur via Registrierung/Anmeldung nutzen kann. Und deswegen sind deren Inhalte auch nicht indexiert (indiziert). Manchmal kommt man dort mit "Google Dorking” weiter. Dazu gibt es ein spezielles Kapitel.
Nicht indexiert (indiziert) sind auch die Inhalte im Dark Web. Aber der Unterschied, weshalb nicht indexiert, besteht darin, dass das Dark Web ein in sich geschlossenen Netzwerk darstellt, das nur über das bereits geschützte TOR-Netzwerk erreichbar ist - sozusagen eine Art Unter-Netzwerk. Reguläre Suchmaschinen kommen weder ins TOR-Netzwerk hinein, geschweige denn im Dark Web zurecht: Sie funktionieren dort einfach nicht.
Heutzutage wird das Dark Web meistens mit illegalen und/oder kriminellen Aktivitäten in Verbindung gebracht. Entstanden ist es aber aus völlig anderen Motiven: nämlich absolute Anonymität beim Kommunizieren zu garantieren. Deswegen wurde und wird es bis heute von Menschenrechtsorganisationen genutzt, die darüber Informationen sammeln bzw. von anonymen Personen zugeschickt bekommen; von Journalisten, die mit Menschen in autokratischen oder diktatorischen Ländern leben, in Kontakt stehen; von Whistleblowern, die sich beispielsweise an Medien wenden wollen oder Unterlagen und Informationen in anonymen Briefkästen ablegen.
Weil das alles unzensiert und unbeobachtet möglich ist, hat es natürlich auch andere angelockt, die ihre Aktivitäten im totalen Schatten staatlicher Rechtsordnungen abwickeln, weil sie illegal oder gar kriminell sind. Jeder hat eine Vorstellung, was sich da abspielt. Aber in einigen (wenigen) Bereichen sind inzwischen dort auch Ermittlungsbehörden aktiv, um Pädophilen, Drogenhändlern, Waffenschiebern, Menschenhändlern u.a. auf die Spur zu kommen, um solche nochmals in sich geschlossenen Netzwerke auffliegen zu lassen und ‘schließen’ zu können. Dafür wurden sehr spezielle Techniken ("Timing Analysen") entwickelt, auf die wir später zu sprechen kommen.
Weil das Dark Web einen staatlich unregulierten Raum darstellt, lauern dort auch entsprechende Gefahren, wenn man nicht aufpasst.
Wie das TOR-Netzwerk aufgebaut ist, haben wir erklärt unter www.ansTageslicht.de/TOR: Tausende von Computern (Rechnern) die weltweit in etwa 50 Ländern stehen und miteinander vernetzt sind. Zweck: Das Surfen im Internet über a) mindestens 3 verschiedene Rechner laufen zu lassen, die b) jeweils verschlüsselt miteinander kommunizieren, und die c) zufällig ausgewählt werden und sich d) ständig abwechseln. Um in dieses in sich geschlossene Netzwerk hineinzukommen, kann dies über einen ebenfalls zufällig ausgewählten Rechner als Einstiegsknoten geschehen oder mittels der dort als einzige funktionierenden Suchmaschine “DuckDuckGo”. Nachdem eine Anfrage durch mindestens 3 fremde Rechner ("Relays") durchgeschleust wurde, triit sie am Ausstiegsknoten aus dem Netzwerk wieder aus, indem sie auf der gesuchten/gewünschten Domain landet.
Was innerhalb des Netzwerks geschieht, also wer da was sucht, ist für Außenstehende nicht nachvollziehbar bzw. nachverfolgbar. Die potenziellen Schwachpunkte sind der Einstiegsknoten, der überwacht werden kann, also wer da im Netzwerk anklopft, sowie der Austritt. Wenn man für den Eintritt VPN nutzt, kann dieser Schritt nicht überwacht werden. Aber natürlich die Website, die man besucht. Aber da die Besuchsanfrage dort mehrfach verschlüsselt ankommt, weiß ein Überwacher nicht, wer sich hinter dem Besucher dieser Site verbirgt.
Das Dark Web kann man sich nun als spezielles Netzwerk innerhalb dieses TOR-Netzwerks vorstellen. Um da hineinzukommen, muss man eine weitere Barriere überwinden: nämich eine Site, deren URL auf “onion” endet, weil alle Dark Web-Domains nur diese Endung haben. Alle regulären Top Level Domains wie z.B. “de”, “com”, “org”, “gov” usw. funktionieren nicht. Man könnte daher das Dark Web auch als das “onion”-Netzwerk innerhalb des TOR-Netzwerks bezeichnen. Man tritt dort ein, aber nicht mehr aus. Man bleibt in einem absolut geschlossenen (onion-)Raum.
Die Nutzung des Dark Web ist legal. Illegal können aber angebotene Inhalte, Dienstleistungen und Waren sein. Wir müssen hier keine Beispiele nennen, die jeder kennt.
Je nachdem, was man sucht bzw. worüber man recherchiert, kann es notwendig werden, auch potenziell illegale Seiten aufzurufen oder testweise Käufe auszuprobieren. Das muss jeder selbst entscheiden, wie weit er bei solchen Recherchen gehen möchte.
Grundsätzlich agiert man ja in diesem rechtsfreien Raum anonym. Und ist vor staatlicher Verfolgung sicher. Das ist ja Sinn und Zweck des Dark Web.
Aber in einigen Bereichen wie beispielsweise Kinderpornographie sind amtliche Ermittler ebenfalls im Dark Web unterwegs. Und haben ihre Techniken verfeinert. Zum Beispiel die “Timing Analyse”, mittels derer man bei Überwachung von möglichst vielen Knotenpunkten (Eintritt, Austritt) und Beobachtung des Zeitpunkts der Datenpakete solche Datenströme einzelnen Usern zuordnen kann. Das NDR-TV-Format panorama und STRG_F haben 2024 eine solches Vorgehen dokumentiert. Das ist allerdings sehr aufwendig und die Wahrscheinlichkeit, dass Sie als Journalist bei Ihren Recherchen, selbst wenn Sie sich in finstere Ecken des Darknet begeben, ins Visier solcher Fahnder geraten, gering. Im Zweifel können Sie sich auf Ihre Aufgabe als “Watch Dog” und die “Öffentliche Aufgabe” berufen.
Jedenfalls ist das Dark Web auch für Medien von Bedeutung, wenn es um sichere Kommunikation mit Informanten und Whistleblowen geht. Der NDR, die Deutsche Welle, die BBC, um nur einige zu nennen, haben opnion-Adressen. Auch die CIA ist im Darknet vertreten. Oder Facebook und viele andere, denen man das Prädikat “serös” zusprechen würde.
Kurz gesagt: Es ist sehr viel einfacher, ins Darknet einzusteigen als sich dort zurecht zu finden. Weil das Dark1 Web ein unkontrollierter Raum ist, gibt es auch keine Institutionen wie hierzulande die denic oder international die IANA, die URLs verwalten bzw. jemandem eindeutig für alle Zeit zuweisen könnten. URL steht bekanntlich für “Uniform Resource Locator” und “uniform” meint “einheitlich, gleichbleibend”. Man könnte das “U” auch mit “unique” interpretieren. Genau das ist hier nicht der Fall.
Die einzige einheitliche Kennung besteht darin, dass alle URLs auf “onion” enden. Ebenso kennzeichnend ist der Umstand, das sich die URL-Adressen ständig seitens der URL-Inhaber ständig ändern und dass es zum Teil absolut kryptische Domainnamen sind. Die man sich wirklich nicht merken kann.
Beispiel: Die nach unserer Meinung wichtigste, weil hilfreichste Anlaufadresse, über die man dann in weitere Bereichen des Darknet eindringen kann, ist das Hidden Wiki, das hier mit seiner Domain im regulären Web/Internet verlinkt ist. Bereits hier gibt es erste Links zu Websites im Dark Web. Den umfangreichsten Link-Katalog ist aber nur eben dort auffindbar. Das sind einige der letzten Webadressen des Hidden Wiki:
Wenn Sie die ausprobieren werden sie mit einer Wahrscheinlichkeit von 100% “tot” sein. Also nicht mehr funktionieren. Deshalb empfehlen wir, um sich im Dark Web zurecht zu finden
entweder sich auf der normalen Internetsite von Hidden Wiki die dort aktuell gehaltenen onion-Links zu speichern, um sie dann, wenn Sie drin sind im Darnet, dort aufzurufen
oder eine Art Suchmaschine zu benutzen: die finnische https://ahmia.fi. Auch die ist hier nur mit der regulären Internetdomain verlinkt.
Wie das geht, zeigen wir jetzt:
Ohne den TOR-Browser kommen Sie nicht hinein!
Wie Sie den ganz einfach nutzen können, haben wir erklärt unter Ge(sicher(t)e Kommunikation, und zwar im Kapitel TOR-Netzwerk, dort im Abschnitt “TOR einrichten”, erreichbar unter www.ansTageslicht.de/TOR.
Es kann vorkommen, dass Sie ab und an den Browser mehrmals aufrufen müssen, damit eine Verbindung ins TOR-Netzwerk zustande kommt.
Wenn es geklappt hat: Vergessen Sie nicht, den Schalter auf der rechten Seite “onionisieren” anzuschalten:
Ab jetzt können Sie mit der Suchmaschine im Status "DuckDuckGo (Onion)" arbeiten.
Sie müssen ausprobieren, ob sie findet, wonach Sie suchen.
Wenn nein, dann weichen Sie auf diese beiden Optionen aus, die wir oben skizziert haben:
Probieren Sie, ob Sie mit DuckDuckGo die aktuelle onion-Seite finden.
Wenn nein, schauen Sie im regulären Internet nach: https://thehiddenwiki.org/. Dort finden Sie den onion-Link. Weil auch deren Website bzw. die auf der Startseite angegebenen Links sich oft verändern, müssen Sie u.U. ein klein wenig suchen:
Hier steht der Link im ersten Abschnitt unter “Guide”.
Übertragen Sie den jetzt in den onionisierten TOR-Browser. Bzw. in das Suchfeld von DuckDuckGo. Möglicherweise werden Sie gefragt, ob Sie “Hidden Wiki” suchen? Anklicken! Dann öffnet sich die onion-Version von Hidden-Wiki:
Die sieht jetzt anders aus. Und Sie finden dort sehr viel mehr an Inhalten bzw. Sites. Sie können jetzt rechts scrollen, um zu suchen, oder Sie scrollen im breiten Hauptfeld nach unten. Die Liste de Internet. Wir haben probeweise mal am 8. Juni 2026 die Hidden Wiki-Linkliste als PDF zusammengestellt: ausgedruckt 33 Seiten.
Sie müssen schauen, ob der gesuchte Link noch am Leben ist. Wenn nein, taucht die Meldung “Onion-Seite nicht gefunden”. Dann ist die Seite (mal wieder) umgezogen.
Probieren Sie, ob DuckDuckGo fündig wird. Wenn nein, versuchen Sie es mit der Suchmaschine aus Finnland zunächst im regulären Internet:
Die offizielle Adresse lautet: https://ahmia.fi:
Über dem Suchmenü ist dann die aktuelle Adresse im Dark Web genannt. Und bereits im Suchmenü des regulären Internets kann man bereits onion-Adressen finden.
Bei der Eingabe “Whstleblower” öffnet sich eine Liste mit diversen onion-Links:
Wie gehabt müssen Sie die onion-Links dann ins Dark Web übertragen. Vorteil bei Ahmia: Hinter dem Link ist angegeben, wie alt bzw. aktuell er ist: 3 Tage und 4 Stunden, oder 15 Stunden nur usw.
Übrigens: Wenn man - aus Sicherheitsgründen beispielsweise oder auf “Nummer sicher” zu gehen - das DarkWeb von einem separaten Rechner aus besucht, kopiert man sich am besten die aufgefundenen Links in einer Datei, schickt sie an den anderen Rechner und gibt sie dann im Darknet ein.
Wenn Hidden Wiki und Ahmia nicht finden, wonach Sie suchen, können Sie zwei weitere Suchmaschinen ausprobieren:
Das muss man alles im Einzelfall testen.
Denken Sie daran: Im TOR-Netzwerk dauert alles länger. Im Dark Web ebenfalls. Manchmal müssen Sie spürbar warten, bis der TOR-Browser eine Verbindung aufgebaut hat, also nicht wundern. Sie brauchen Geduld. Manchmal kann es sein, dass Ihre Firewall den Verbindungsaufbau blockiert. Dann müssen Sie unter “Einstellungen” an Ihrem Rechner entsprechende Änderungen vornehmen.
Geduld benötigen Sie auch bei Ihrer Suche. Das Darknet ist riesig. Aber aufpassen: Es sind auch viele digitale Unholde und unfreundliche Personen unterwegs. Bei etwaigen Käufen müssen Sie mit Bitcoin zahlen. Schwarzmarkttransaktionen gehen immer nur mittels cash vonstatten.
Und denken Sie an die weichen Grenzen zwischen legal und illegal bzw. kriminell.
Ansonsten sind jetzt jetzt fit für die “dunkle” Seite des Internet. Wir wünschen Ihnen erfolgreiches Gelingen: beim Eintauchen. Und wieder beim Herauskommen!
Johannes Ludwig