KI-generierte Videos outen

Hinweis

Diese Site lässt sich direkt aufrufen und verlinken unter www.ansTageslicht.de/Fake-Videos. Sie gehört zum Thema Verifizierung von Manipulationen an Dokumenten, Bildern & Fotos, KI-generierten Videos, die wiederum Bestandteil des Themenschwerpunkts Investigativer Journalismus / Investigatives Recherchieren ist: www.ansTageslicht.de/investigativ.


Ganz grundsätzlich

lässt sich sagen: Gegen KI-generierte Videos, die Dinge verfälschen, ist bisher kein (effektives) Kraut gewachsen. Die künstliche Technik schreitet schneller voran als die Tools, mit denen man solchen Manipulationen auf die Schliche kommen könnte. Der Grund ist einfach erklärt: Hier wird nichts weggepixelt oder nachträglich retuschiert. Ein künstlich erzeugtes Video entsteht mit Hilfe von Algorithmen und ist vollständig computergeneriert. Nicht zufällig spricht man hier auch von “Deep Fakes”.

Jene (wenige) Techniken, die das versuchen, arbeiten technisch-forensisch gesehen damit, Videosequenzen in einzelne Bilder zu zerlegen. Und die zu analysieren wie Fotos. Da Filme/Videos eine Bildrate von 24/25 Bildern pro Sekunde haben, ist dies ein aufwendiges Unterfangen. Selbst wenn man nur jene Passagen überprüft, die man als fragwürdig empfindet. 

  • Eine der wenigen Softwares, mit denen man arbeiten kann, nennt sich “InVid”: https://weverify.eu/verification-plugin/ Es ist ein Gemeinschaftsprojekt des niederländischen Recherchenetzwerks bellingcat, der Universität Sheffield, der Deutschen Welle und anderen unter der Bezeichnung “We Verify”. Kostenlos!
  • Andere Option, die man “unverbindlich testen” kann: "Gretchen AI": https://gretchen-ai.com/de/. Sie wirbt mit einer Erkennungsrate bis zu 98%. Einfach austesten im Bedarfsfall.
  • HIVE MODERATION will sogar in 99,9% Deep Fakes erkennen.

Unabhängig davon: 

Bei als fragwürdig empfundenen Videos werden die Prüfebenen 1) Quelle, 2) Inhaltsanalyse, 3) Kontext und 4) Referenzen besonders wichtig.

Wenn Sie ein entsprechendes Video für welche Zwecke auch immer benutzen wollen, sollten Sie im Zweifel Experten zu Rate ziehen. Fragen Sie beim BSI - Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik nach. Die müssten Ihnen Hinweise und Tipps geben (können), wie und wo Sie detaillierte Hilfe bekommen können.

Oder sie fragen Sie den bereits mehrfach erwähnten Verifikationsspezialisten Henk van ESS und sein Projekt ImageWhisperer, ob er weiterhelfen kann. Oder jemand wüsste: https://imagewhisperer.org/ 

Möglicherweise ebenfalls eine Option: 

Inzwischen versuchen unterschiedliche Medien Fakes zu outen. Schauen Sie bei denen nach, ob sich nicht schon längst jemand mit ‘Ihrem’ Video auseinandergesetzt hat. Infrage kommen zum Beispiel Correctiv, dpa, SWR3 (ARD), MeVer (Media Verification) u.a.

Übrigens:

Weil eine technische Prüfung so schwierig ist, Videos (Bilder, Personenstimmen) weit verbreitet sind und eine große Wirkung entfalten (können), hat die EU-Kommission eine Kennzeichnungspflicht erlassen ("EU AI Act": Verordnung EU 2024/1689), Sie tritt ab 2. August 2026 in Kraft. Die EU-Länder müssen dieses Regelwerk dann in nationales Recht umsetzen. In Deutschland gibt es bisher (Stand Juni 2026) nur einen Referentenentwurf.

Johannes Ludwig