Verifizierung von Fakes an Fotos und Bildern

Hinweis

Diese Site lässt sich direkt aufrufen und verlinken unter www.ansTageslicht.de/Fake-Fotos und ist Bestandteil des Themas Verifizierung von Manipulationen an Dokumenten, Bildern & Fotos, KI-generierten Videos: www.ansTageslicht.de/Manipulationen. Alles gehört zum Themenschwerpunkt Investigativer Journalismus / Investigatives Recherchieren: www.ansTageslicht.de/investigativ.


Hintergrund

Von der “Macht der Bilder” hat jeder schon einmal gehört. Deswegen können ge-fakte Bilder, z.B. Fotos einen negativen bis verheerenden Einfluss haben. Die Masse an Fotos weltweit wächst explosionsartig, seit “smarte” Mobiltelefone auch über diese Funktion verfügen. Täglich entstehen an die 5 Milliarden Fotos als “UCG”: “User Generated Content”. Bisher haben sich da an die 15 Billionen Fotos angehäuft, die auf unzählichen Servern vieler Social-Media-Plattformen u.a. schlummern. Eine Billion ist übrigens eine Zahl mit 12 Nullen.

Wir stellen hier einschlägige Tools vor, mit denen man gefälschte Fotos outen kann. 

5 Ebenen der Verifikation

Eine Überprüfung der Echtheit kann/sollte auf mehreren Ebenen stattfinden. Manchmal reicht bereits eine einzige Ebene aus, wenn man beispielsweise auf Anhieb erkennt, dass es sich um eine Fälschung handelt. Interesse- bzw. sicherheitshalber kann man dann eine weitere hinzuziehen, etwa technisch-forensische Kriterien anwenden, um erstens zu 100% sicher zu sein, aber auch um zweitens zu verstehen, wie da jemand vorgegangen ist, ein ge-faktes Foto in die Welt zu setzen.

Dies sind die von uns und anderen empfohlenen 5 Ebenen:

I  Quellencheck
Wer hat das Bild online gestellt? Woher stammt es? Kann man feststellen, wer es als Erster in Umlauf gebracht hat?

II   Inhaltliche Analyse:
Ist alles stimmig auf dem Foto? Springen Merkwürdigkeiten ins Auge?

III   Technisch-forensische Überprüfung:
Was besagen die EXIF-Daten? Wurde nachträglich daran manipuliert? Was genau wurde abgefälscht?

IV   Kontext:
In welchem Zusammenhang taucht das Bild auf? Ist damit eine bestimmte Absicht, ein zielgerichteter Zweck verbunden?

V    Referenzvergleich:
Lassen sich alle Informationen mit anderen Mitteln belegen, etwa Google Earth?

I Quellencheck

Wenn ein Foto auftaucht, dem Sie spezifische Informationen entnehmen wollen und Sie auf Nummer sicher gehen wollen, nicht einem Fake aufzusitzen, sollten Sie sich als allererstes die Quelle bzw. Quellen (Plural) vornehmen: 

  1. Wo haben Sie das Bild entdeckt? Trauen Sie dieser Website bzw. Quelle? Konkret: Schätzen Sie die Site als “seriös” ein? Taucht es auf einer Social-Media-Plattform auf?
  2. Haben Sie den Besitzer der Domain oder des Accounts überprüft, so wie wir das unter Suche in Social Media Plattformen beschrieben haben? 
  3. Handelt es sich im ein Original der aufgefundenen Quelle oder hat diese es nur weiterverwertet?

Die Beantwortung der beiden ersten Fragen kann dazu führen, dass Sie Ihre Überprüfung bereits hier abbrechen können, wenn Ihnen Zweifel aufkommen.

Wollen Sie wissen, ob das Bild schon einmal oder mehrmals irgendwo aufgetaucht oder verwendet wurde, sollten Sie eine sogenannte Rückwärtssuche (auch als umgekehrte Suche beziechnet) beginnen. Im angelsächsischen Sprachgebrauch heißt das “Reverse Image Search”. 

Dazu gibt es mehrere Tools. Alle, die wir hier aufführen, sind kostenlos.

Bilder-Rückwärtssuche:

1) Google

Die weltumspannende Suchmaschine verfügt über die meisten abgespeicherten Bilder weltweit: über 150 Milliarden. Deswegen würden wir damit beginnen. Dazu müssen Sie bei Google die Suche nach “Bildern” aufrufen. In der Suchleiste erscheinen dann rechts zwei Symbole: das Mikrophon, rechts daneben die (nicht auf Anhieb erkennbare) “Kamera”. Anklicken!

Sie haben jetzt die Wahl,

  • entweder das fragliche Bild dochzuladen, also voa copy & paste
  • oder Sie geben die Bildadresse (URL-Pfad) ein. 

Stammt das Bild von einer Social Media-Plattform, empfehlen wir das Bild selbst upzuloaden.

Die Ergebnisse zeigen, ob und wie oft das Bild bereits gepostet wurde. Und vor allem: von wem. Da können Sie jetzt nachfragen. Entweder Sie besuchen die Website und finden Informationen oder Sie setzen sich mit dem dortigen User in Verbindung. Damit sollten Sie weiterkommen in Ihrer Einschätzung, was Sie a) von der Quelle und b) von der Brauchbarkeit des Bildes halten können.

2) TinEye

In gleicher Weise funktioniert https://tineye.com. Dieses Tool hat (nur) rund 85 Milliarden Bilder für den Abgleich gespeichert (Stand 2026).

Deshalb die Empfehlung grundsätzlich: Probieren Sie immer beides. Selbst wenn Google oder TinEye etwas findet, das jeweils andere Werkzeug bringt u.U. noch andere und/oder weitere Informationen zu Tag.

Sie können TinEye sowie andere ähnliche Tools als Add-on im Chrome-Browser implementieren. Das geht dann auf die Schnelle einfacher, insbesondere, wenn man zwischendrin einfach mal probieren will, woher ein Bild kommt oder ob es ein Original ist.

3) RevEye

Auch https://github.com/steven2358/reveye gehört zu den möglichen Optionen. Auf der eben genannten Site gibt der Entwickler “steven2358” eine Anleitung, wie Sie sein Werkzeug installieren können.

4) PhotOSINT

Dieses Tool leistet Bilder-Rückwärtssuche und liest gleichzeitig auch die EXIF-Daten eines Bildes aus. Auf letzteres kommen wir in Kürze unter 3) technisch-forensische Datenanalyse zu sprechen. 

PhotOSINT lässt sich im Google Webstore downloaden.

II Inhaltliche Analyse

Bei einem als fragwürdig eingestuften Bild geht ein Quellencheck automatisch in eine Inhaltsanalyse über. Aber auch, wenn eine Quelle erst mal keine Zweifel aufkommen lässt, sollte man checken, was auf einem Bild zu sehen ist: 

  • Passt das alles zusammen?
  • Ist das, was man sieht, plausibel? Bzw. überhaupt möglich?
  • Gibt es Details, die stutzig machen? Haben, wenn beispielsweise Hände zu sehen sind, alle 5 Finger, und nicht sechs?
  • Ist der Ausschnitt eines Bildes möglicherweise bewusst gewählt, um andere Infos zu verdecken, die einen ganz anderen Eindruck vermitteln würden?

Undsoweiter.

Beispiel:

Wir zeigen Ihnen hier ein Foto, das einen Vater mit 5 Kindern zeigt, die über ein Trümmerfeld laufen. Das Bild machte 2023 die Runde, als Israel aus Gründen der Vergeltung für die brutale Terroristenattacke am 7. Oktober der palestinensischen Bevölkerung den Krieg erklärte und den Gaza-Streifen in eine Trümmerwüste verwandelte und Hunderttausende Menschen aus ihren Häusern und Wohnungen vertrieb:

 

Üben Sie mit diesem Foto mal eine Bilder-Rückwärtssuche. Sie werden sehen, wie einfach das geht. 

TinEye findet dazu 71 Quellen, auf denen dieses Bild kommuniziert wurde. Schauen Sie sich die weiterverbreitenden Plattformen an und bilden Sie sich eine eigene Meinung, ob Sie diesem Foto vertrauen. Und ob Sie es - in welcher Form auch immer - selbst verwenden würden (von den möglicherweise relevanten urheberrechtlichen Fragen ganz abgesehen).

Die spanische “Maldita-Stiftung” hat es sich u.a. zur Aufgabe gemacht, Fake-Fotos zu enttarnen, und zwar in ihrer Rubrik “Desinformation”. Und hat auch dieses Bild analysiert. Und zeigt die Details, die nicht stimmig sind. 

Lassen Sie sich die Texte auf der Website automatisiert übersetzen, damit Ihnen nichts entgeht. 

Genau auf Kleinigkeiten zu achten, ist Sinn und Zweck einer inhaltlichen Überprüfung.

III Technisch-forensische Bildanalyse

Wir benutzen dazu ein Foto aus dem Jahr 2023, das erstmals auf twitter aufgetaucht war. Und untersuchen es in einer etwas anderen Reihenfolge, weil es vielleicht nicht auf den allerersten Blick, aber beim genaueren Anschauen schnell als Fake identifizierbar ist. Danach untersuchen wir es technisch.

Dies ist das Foto:

 

Was ist hier Ihr erster Eindruck? Ein Großbrand, man könnte sagen, ein Flächenbrand und einige Hundert Meter davor sitzen Menschen auf dem Boden, haben ihre Taschen abgelegt und schauen entspannt in aller Gemütsruhe zu?

Ist das wahrscheinlich?

Wenn Sie in die Details gehen, fallen Ihnen diese Dinge auf:

  • Der Wind, der das Feuer den Hang hochpeitscht und die Häuser im Flammenmeer versinken lässt, kommt von links. Bei den Personen im Vordergrund scheint - den Haaren nach - Windstille zu herrschen.
  • Dem Bild nach gibt es auch Menschen, die hinten im Bild unmittelbar vor der Feuerwand stehen. Und es offenbar bei 600 Grad Celsius aushalten. Anstatt in Vorsicht oder Panik sich schnell von der Feuerwalze zu entfernen. 
  • Nirgendwo im Vordergrund sind Feuerwehrleute oder Feuerwehrautos zu sehen, die zumindest die noch nicht vom Feuer erfassten Gebäude zu retten versuchen.

So gesehen, ein dramatisches Foto. Aber schon inhaltlich erkennbar ein Fake. Mit einer Bilder-Rückwärtssuche könnte man jetzt rekonstruieren, wer es als erster in Umlauf gebracht hat. Und dann bei der entsprechenden Person nachfragen.

Wir fokussieren hier uns auf die technisch-forensische Bildanalyse.

1) Metadaten via "Exif"

Digitale Bildaufnahmen generieren automatisch Informationen, so genannte Metadaten, aus denen man oft erste Hinweise über das Zustandekommen eines Bildes erhält. Man spricht von “Exif”-Daten ("Exchangeable Image Format”). 

Daten zu Verschlusszeiten (hier “Shutter Spped Value: 1/25”) oder Kameratyp (hier “SM-J500FN”) interessieren nicht, aber Informationen zum Aufnahmedatum und etwaigen GPS-Daten sind hilfreich. 

Die Metadaten wir hier abbilden, stammen nicht von dem obigen Foto “Strand und Brand” - die sind hier hinterlegt, weil wir das gefakte Bild für die Darstellung am 10. März 2026 kopieren mussten. Beim Kopieren von jpg-Files können Informationen verloren gehen, wenn ein Bild komprimiert wird.

Die Metadaten, die wir hier in einem Tabellenausschnitt ohne dazugehöriges Foto dokumentieren, besagen dies: Das Bild stammt vom 15. Juli 2016 (hier: “2016:07:15”) und wurde um 17:06 Uhr aufgenommen. Im hinterlegten PDF finden sich weitere Daten, mehr oder weniger interessant oder auch nicht. GPS-Daten gibt es nicht: Die Funktion “Standortsuche” via GPS war beim Fotografieren nicht eingeschaltet.

GPS-Daten bzw. die “GPS-Geolokalisierung” wiederum sind - neben dem Aufnahmezeitpunkt, den man auch “Zeitstempel” nennt - von erheblicher Bedeutung, wenn man weiß, wo das Bild entstanden ist. Dann hat man die Möglichkeit, das zu überprüfen und/oder weitere Infomationen zu rekonstruieren. Auf letzteres kommen wir im Kapitel über den Abschuss des Flugzeugs “MH17” zurück.

Ein Tool, das nur solche Daten ausliest, ist beispielsweise der ExifViewer: https://onlineexifviewer.com.

Aber aufpassen: Exif-Daten lassen sich gestalten: ergänzen, ändern, mit neuen anderen Infos versehen usw. Für Hobbyfotografen ist das interessant, wenn sie ihre Bilder nach anderen Kriterien sortieren und archivieren wollen als Exif ausliest. Deswegen lassen sich Bilder auch zielgerichtet manipulieren. 

Bedeutet: Exifdaten geben erste Anhaltspunkte fürs Nachfragen bzw. fürs weitere Recherchieren. Will man es genauer wissen, muss man eine ELA-Analyse durchführen.

Das sind die Tools, die wir für eine solche technisch-forensische Untersuchung empfehlen. Sie sind alle kostenlos:

Die Tools lesen nicht nur die Metadaten aus, sondern führen auch gleich eine forensische Analyse durch. Ausgesprochen praktisch.

2) ELA-Analyse

“ELA” steht für “Error Level Analysis”. Dabei macht man sich den Umstand zu Nutze, dass ein jpg-Bild beim Verkleinern oder bei der Reduktion der Dateigröße komprimiert wird: Bestimmte Bildinformationen, die ein menschliches Auge nicht wahrnehmen kann, werden entfernt. Dies geschieht über das gesamte Bild. Danach sind die Pixel gleichmäßig und in sich konsistent über der gesamten Bildfläche verteilt.

Nimmt man jetzt Veränderungen, also Manipulationen vor, weisen die in aller Regel eine andere Kompressionsverteilung auf. Die kann man oft, nicht immer, erkennen: an den “Error Levels”, sprich Fehlerniveaus.

Beispiel 1: Ein ELA-Test zum Ausprobieren

Probieren Sie es einfach mal selbst aus. Benutzen Sie die Software eines griechischen Teams in Thessaloniki, das dieses Tool kostenlos zur Verfügung stellt: Media Verification, abgekürzt MeVer.

Rufen Sie den “Image Verification Assistant” auf: https://mever.iti.gr/forensics/. Laden Sie dann das Bild “Strand + Brand” in die Suchleiste ein. Wenn Sie den “Verify”-Button angeklickt haben, dauert es nur wenige Sekunden, bis Ihnen dieses Tool alle Ergebnisse anzeigt. Darunter auch eine ELA-Analsyse. Wenn Sie dort mit der Maus über das ELA-Bild fahren und tasten es ab, werden Sie kaum feststellen, dass die Kompressionsstufen bei den nachträglich eingefügten Bildsegmenten (Feuer, Rauch) anders ausfallen als beim restlichen Bild.

Für den Fall, dass dies - aus welchen Gründen auch immer - nicht funktionieren sollte, haben wir die Test- bzw. Analyseergebnisse in diesem PDF MeVer-ForensicAnalysis abgespeichert. Aber probieren Sie es selbst einmal.

Die MeVer-Analyse bringt noch weitere Prüfungsergebnisse hervor, die wir hier nicht besprechen. Sie werden aber alle erklärt, wenn Sie “What does that mean”" anklicken. Sie sind für Spezialisten interessant. Von Interesse für Sie ist die prägnante Bewertung, die sich im Anschluss unter “Metadata Anaylsis” findet:  “Möglicherweise wurde der ursprüngliche Inhalt verändert.”

Ergebnis: So wichtig eine ELA-Analyse ist: Je raffinierter bz. technisch vollendeter eine Fälschung ausfällt, umso weniger kann auch eine ELA-Analyse darauf reagieren. Deswegen ist es so wichtig, möglichst alle Ebenen der Verifizierung heranzuziehen, wenn man Gewissheit haben möchte.

Beispiel 2: ELA-Analyse eines Fotos des russischen Verteidigungsministeriums aus dem Jahr 2014

Jeder wird sich erinnern: 2014 wurde ein malaysisches Flugzeug (Flug “MH17”), das in Amsterdam gestartet und auf dem Weg nach Kuala Lumpur war, über der Ostukraine abgeschossen: mit einer russischen Buk-Luftabwehrrakete. 298 Menschen starben. Die mobile Abschussrampe des russischen Militärs auf ukrainischem Territorium hatte die dortigen Separatisten unterstützt. Der Abschuss löste weltweit Empörung aus. Die russische Regierung wies jegliche Verantwortung von sich. Und präsentierte im Rahmen einer Pressekonferenz (nach russischer Manier) Fotos, die belegen sollten, dass es keine russische Rakete gewesen sein konnte.

Das niederländische Recherchenetzwerk bellingcat hatte die Fotos einer fünfstufigen Analsyse unterzogen, so wie wir es auch hier empfehlen. In seiner Analyse konnten die Journalisten nachweisen, dass auch dieses angeblich entlastende Foto nachträglich mit Photoshop bearbeitet, sprich manipuliert worden war. Wir dokumentieren diese forensische Analyse im nächsten Kapitel Flug MH17 - Rekonstruktion einea Flugzeugabschusses. Dort finden Sie die Details auf den Seiten 5, 8 und 10 ff.

Wir zeigen hier einen Ausschnitt aus der 45seitigen Analyse, in dem wir eines der manipulierten Bilder mit Hilfe von FotoForensic einer ELA-Analyse unterzogen haben. Die unterschiedlichen Kompressionsstufen sind in diesem Fall deutlich zu erkennen. Die russische Seite hat sich wenig Mühe gemacht, ihre Beweisfotos wirklich gut zu fälschen: 

 

Und jetzt die ELA-Analyse: Die Wolken sind erheblich dunkler, die eingefügten Schriften heller als das übrige Bild und weisen eine andere Kompressionsstruktur auf:

 

Weil die Unterschiede nicht auf jedem PC bzw. Bildschirm gut erkennbar sind, haben wir die beiden Aufnahmen hier als PDF hinterlegt. Dort lässt sich die Manipulation besser erkennen.

IV Überprüfung von Kontext

sowie V Referenzvergleich

Wir machen hier beides zusammen, und zwar wieder anhand des eben skizzierten Beispiels, das wir im nächsten Kapitel ausführlicher ansprechen darstellen: den Abschuss eines malaysischen Flugzeugs im Jahr 2024 über der Ostukraine durch eine russische Buk-Rakete. Das niederländische Recherchenetzwerk sowie die deutsche Rechercheplattform Correctiv in Zusammenarbeit mit SPIEGEL und dem Algemeen Dagblad aus den Niederlande, von wo aus das Flugzeug gestartet war, haben dies - unabhängig von anderen amtlichen Untersuchungen - als erste rekonstruiert. 

Unter anderem anhand von Fotos, dass das russische Verteidigungsministerium veröffentlicht hatte, verglichen mit Fotos vor und nach dem Abschuss. Die von der russischen Seite vorgelegten Bilder konnten bereits anhand einer ELA-Analyse als manipuliert entlarvt werden. Relevante, sprich verräterische Details wurden dabei durch nachträglich einretuschierte Wolken verdeckt.

Der Kontext dieser Bilder und der offiziellen Darstellung seitens Russlands ergab sich aus den Umständen: ukrainisches Territorium, dass Separatistentruppen mit Hilfe russischer Militärunterstützung in ein Kriegsgebiet verwandelt hatten. Es galt den Abschuss durch eine russische Rakete zu leugnen und die Verantwortung der Ukraine aufzuhalsen. Soweit zu den Motiven.

Mit mehreren Referenzvergleichen mittels GoogleEarth und Recherchen vor Ort konnte auch auf diesen Verifikationsebenen die Darstellung der russische Seite als Fälschung belegt werden. Konnten die Angaben des russischen Militärs zu den Truppenbewegungen und der mobilen Abschussrampe überhaupt realistisch sein?

Lesen Sie selbst: die forensische Analyse von bellingcat und die Rekonstruktion der Recherche, aufgeschrieben von Correctiv: Flug MH17 - Rekonstruktion eines Flugzeugabschusses.

Snapchat - Snap Map

Dieses Tool, bei dem man sehen kann, wo sich welche Freunde gerade befinden und was Sie uploaden (sogenannte “stories”), ist fürs Recherchieren insofern interessant, als man z.B. erkennen kann, wenn sich viele Personen an einem bestimmten Ort befinden. Oder wo sich genau bestimmte Freunde aufhalten. Und zwar in Echtzeit. Dies geschieht über die interaktive “Snap Map”-Karte. Man kann den Zeitraum aber bedingt auch eingrenzen.

Findet beispielsweise irgendwo ein größeres Ereignis statt, im schlechtesten Fall, ein Unglück, und posten viele Personen etwas darüber, kann dies ein hilfreicher Hinweis sein. Wie das Feature funktioniert, wird auf https://snapchat.com selbst erklärt. Eine Gebrauchsanweisung liefert aber auch chip.de

Zusammengefasst:

Wer täuschen will, versucht es auf unterschiedliche Weise(n). Um solche Manipulationen zu outen, ist es wichtig alle Möglichkeiten der Verifikation zu nutzen. Mal reicht bereits eine inhaltliche Analyse aus, mal klappt es mit einem ELA-Test nicht (weil zu raffiniert manipuliert), ein anderes Mal findet man keine Referenzen, die man zur Überprüfung heranziehen könnte. Um ganz sicher zu sein, sollte man alles austesten.