Suche in Social Media Plattformen

Hinweis

Diese Site lässt sich direkt aufrufen und verlinken unter www.ansTageslicht.de/SM-Suche. Sie gehört zum Thema OSINT-Techniken, die wiederum Bestandteil des Themenschwerpunkts Investigativer Journalismus / Investigatives Recherchieren sind: www.ansTageslicht.de/investigativ.


Erste Überlegungen zur SM-Suche

Menschen sind aus unterschiedlichen Gründen auf verschiedenen Plattformen oder Sozialen Netzwerken vertreten:

  • Selbstdarstellung ist eines der Motive. Zum Beispiel, weil es als “cool” gilt. Oder weil es “die anderen auch machen”. Dies ist insbesondere bei jüngeren Personen der Fall.
  • Anderen geht es um Austauch über Gedanken oder berufliche Informationen, Hinweise und Nachrichten zu Kongressen oder um Ratschläge und Diskussionen zu bestimmten Themen.
  • Für die berufliche Karriere kann es ebenfalls von Bedeutung sein, mit einem kompakten Lebenslauf und der derzeitigen Tätigkeit im Internet präsent zu sein.
  • In der Öffentlichkeit bekannte Führungspersonen wie Politiker oder auch Manager geben ihre Meinung zu aktuellen Ereignissen und Entwicklungen allen anderen bekannt.

Insofern kann man sich die Frage stellen, auf welchen der Plattformen man sinnvollerweise eine Suche beginnt. Es hängt auch davon ab, wonach man sucht: Fotos, um jemanden wiederzuerkennen; Informationen aus dessen Privatsphäre, privatem oder beruflichem Umfeld; Einschätzung darüber, wie jemand ‘tickt’, also über dessen Meinungsbildung oder gar Gesinnung. Oder wie man ihn direkt ansprechen kann, wenn jemand beispielsweise auf Anschreiben, Email oder Anrufe nicht reagiert: Ist dieser “jemand” in einem Kirchenchor" und tritt der ab und an mit Konzertaufführungen auf, lässt sich sicherlich feststellen, wann das nächste Konzert stattfindet. Dort kann man diesen “jemand” nach der Aufführung abfangen. 

Die Suche konkretisieren

Es gibt viele dieser bekannten Plattformen. Die beiden Größten, Facebook und Instagram haben jeweils rund 3 Milliarden Nutzer. TikTok etwa 1,5 Milliarden, reddit 1,2. LinkedIn ist weltweit immerhin mit 1,3 Mrd. Usern präsent. X, vormals twitter mit (nur) einen halben Milliarde. Neu auf der Bühne mit wachsender Tendenz: BlueSky oder Mastodon.

Glücklicherweise gibt es ein Tool, dass nach eigenen Angaben über 1.500 solcher öffentlich zugänglichen Plattformen durchsucht: https://whatsmyname.io/.

Testen Sie da einfach mal aus, indem Sie Ihren Namen eingeben. Sie werden sich vermutlich wundern, in wie vielen SM bzw. Netzwerken Ihr Name auftaucht. Und wie viele solcher Plattfromen und “Marketplaces” es gibt. Da Sie wissen, in welchen Sie gelistet oder aktiv sind, werden Sie feststellen, dass man bei Namenseingabe und entsprechenden Treffern danach in den jeweils aufgerufenen Links eine Überprüfung machen muss, ob die gesuchte Person wirklich jene ist, über die Sie sich informieren wollen. Aber es ist ein hilfreicher Anfang.

Durchsuchen relevanter Plattformen

Jede ist anders aufgebaut, jede hat seine eigene Technologie, jede seine spezifischen Vorzüge undsoweiter.

Der bekannte Internetrechercheur, Entwickler von Internettools und Trainer Henk van ESS aus den Niederlanden hat für einige der Plattformen spezielle Durchsuch-Tools entwickelt.

Die nachfolgenden Links leiten auf das Resource-Center des Global Investigative Journalism Network (GIJN) weiter. Dort hat Henk van ESS mehrere Suchtechniken beschrieben, die wir hier nicht wiederholen müssen:

facebook:

https://gijn.org/resource/social-search-techniques-using-facebook-from-henk-van-ess/ 

instagram:

https://gijn.org/resource/social-search-techniques-using-instagram-from-henk-van-ess/ 

TikTok:

https://gijn.org/resource/social-search-techniques-using-tiktok-and-telegram-from-henk-van-ess/ 

X / twitter:

https://gijn.org/resource/social-search-techniques-using-twitter-from-henk-van-ess/ 

LinkedIn:

https://gijn.org/resource/social-search-techniques-using-linkedin-from-henk-van-ess/ 

YouTube:

Die Suche dort hat Henk van ESS in einem Beitrag im Verification Handbook - Das Handbuch zur Überprüfung von Desinformation und Medienmanipulation beschrieben. Die deutsche Version stellt die “Landesanstalt für Medien NRW” bereit, von deren Website sich das 144seitige Buch downloaden lässt. 
Das Vorgehen beim Durchforsten von YouTube ist beschrieben auf den Seiten 48f.

Da den Tec-Giganten das Durchsuchen ihrer Plattformen aus unterschiedlichen Gründen oft irgendwann nicht mehr genehm ist, werden bestimmte Einzelfunktionen bei der Suche eingeschränkt oder aufgehoben. Beispiel die Facebook-Graph-Suche. Sie wurde 2019 beerdigt. Bzw. auf eine eingeschränktere Suche begrenzt, die man jetzt nur auf der Facebook-Site direkt durchführen kann.

Also nicht wundern, wenn dies oder jenes nicht (mehr) funktioniert.

Facebook: Who Posted What?

Da diese Plattform - neben der Schwester instagram - die Größte weltweit ist, hat Henk van ESS ein Suchtool entweickeln lassen, mit dem man sammeln kann, was wer wann gepostet hat, und zwar auf Facebook. Die Nutzerschicht dieser Plattform hat sich inzwischen verschoben. Jüngere nutzen bevorzugt Instagram oder TikTok. Auf Facebook sind vor allem die nicht mehr ganz so jungen verblieben, also gewissermaßen die Oldies, denen instagram zu bunt und zu aufgeregt ist. 

https://www.whopostedwhat.com/ wurde ausdrücklich für Journalisten, Forschende und Menschen entwickelt, die im “öffentlichen Interesse” unterwegs sind.

Weil SM-Nutzer manchmal viel posten und dies über Jahre, kann man die Suche eingrenzen: auf einen ganz bestimmten Tag, Monat oder Jahr und nach Schlüsselbegriffen ("keywords"). 

Unabhängig davon, kann man sich selbst auf die Suche auf der Facebook-Seite begeben. 

 


In Kürze geht es an dieser Stelle noch weiter …

Aber hier jetzt erst mal andere Aspekte:
 

Summa summarum

Es gibt eine Menge Werkzeuge, um Informationen über Personen ausfindig zu machen, die man im Kontext von journalistischen Recherchen sucht, weil sie eine bestimmte Rolle spielen. Im Zusammenhang mit dem Klinik- und MVZ-Konzern beispielsweise, anhand dem wir erklärt haben, wie Handelsregister funktionieren, könnte man mehr über die Philosophie und die Ziele erfahren, wenn man sich über jede einzelne Persion detaillierter informieren würde. Aber es kommt eben darauf an, in welche Richtung eine Recherche laufen soll. Und ob man über die Kapazitäten verfügt, eine Recherche in alle Richtungen laufen zu lassen.

OSINT-Tools sind dabei eine große Hilfe. Aber manche entwickeln sich weiter, bieten ihre Dienste nur noch kostenpflichtig an, andere verschwinden. Einen Überblick vollständig aktuell zu halten, ist kaum möglich. Deswegen die freundliche Bitte: Wer etwas zum Ergänzen und/oder Korrigieren vorschlagen möchte: sehr gerne!

Schreiben Sie an redaktion[at]ansTageslicht.de. Betreff: OSINT

Danke vorab sagt/schreibt

Johannes Ludwig