Way Back - Suchmaschinen

Hinweis

Diese Site lässt sich direkt aufrufen und verlinken unter www.ansTageslicht.de/WayBack. Sie gehört zum Thema OSINT-Techniken, die wiederum Bestandteil des Themenschwerpunkts Investigativer Journalismus / Investigatives Recherchieren sind: www.ansTageslicht.de/investigativ.


Hintergrund

Unsere Empfehlung beim Recherchieren lautet immer: Wenn Sie im World Wide Web etwas wichtiges gefunden haben oder denken, es könnte vielleicht noch wichtig werden: Sofort downloaden und speichern! Und mit einem passenden Dateinamen versehen und entsprechend archivieren, damit Sie es wiederfinden. Denn im Netz tauchen ständig Informationen auf und können ebenso schnell wieder verschwinden. Dafür gibt es sogar Tools, die so etwas automatisch machen, indem sie Ihre Suchverläufe protokollieren und alles abspeichern, ohne dass Sie das machen müssen. Ermittlungsbehörden beispielsweise machen das so, um alles, wonach sie suchen, hinterher auch beweis- und gerichtsfest auf dem Computer zu haben. Eines dieser Tools ist https://hunch.ly/. Ausprobieren kann man es kostenlos. Danach aber nicht mehr.

Wir empfehlen, das selbst zu machen. Schon deswegen, weil man sich dann beim Suchen und Finden mehr Gedanken macht, wozu man etwas gebrauchen könnte. Und mit eingeschaltetem Gehirn zu arbeiten, ist ausgesprochen zielführend.

Warum 'historisch' suchen?

Was Wissenschaftler und Forscher entdecken und veröffentlichen und publiziert haben, kann man praktisch immer finden. Dazu gibt es jede Menge Datenbanken, wie unter www.ansTageslicht.de/Datenbanken beschrieben. Gleiches gilt für alle, die Bücher oder sonstige Werke verfassen, die man in einschlägigen Bibliotheken findet.

Aber nicht jeder, der eine Website betreibt oder betrieben hat, ist interessiert, dass man alles findet, was man einst der Öffentlichkeit preisgegeben hat. Manche wollen - aus welchen Gründen auch immer - ihre Vergangenheit verschwinden lassen. Andere bestimmte Informationen vergraben, die sie vormals bekannt gegeben haben. 

Gerichtlich bestellte Gutachter - im Gerichtsdeutsch: “Sachverständige” - etwa, die vormals auf ihrer Website geworben haben, dass sie in den letzten 5 Jahren 2.000 Gutachten erstellt haben, könnten irgendwann auf den Gedanken kommen, dass Werbung mit dem Umstand, dass man täglich (mindestens) 1 Gutachten erstellt, kontraproduktiv sein könnte: Wenn man als “Fabrikgutachter” (ab)qualifiziert wird. Andere möchten Korrekturen an ihren CV's anbringen und dies oder jene Information beerdigen. Wer in den Knast musste, möchte sich danach resozialisiert sehen. Und könnte bei Google darauf dringen, dass Informationen über die ‘Auszeit’ nicht mehr auftauchen. Der Gründe gibt es viele.

Deswegen kann es für Recherchen hilfreich oder notwendig sein, auch etwas über die Vergangenheit zu erfahren. Manchmal sind es sogar ausgesprochen relevante Informationen.

So funktioniert es

Wir konzentrieren uns auf die wirklich relevante Suchmaschine, bereitgestellt von https://web.archive.org. Sie wurde 1996 ins Leben gerufen, ist kostenlos und hat im Jahr 2026 bereits seit 30 Jahren gesammelt und immer wieder archiviert: über 150 Milliarden screenshots bzw. über 200 Millionen Websites-Inhalte.

Man kann direkt auf deren Website historisch recherchieren, aber ebenso dieses Tool als add-on beispielsweise in den Firefox-Browser integrieren. Ebenso bei Chrome oder Safari.

Wir stellen hier das Original vor. Anhand des Webauftritts von ansTageslicht.de zu unterschiedlichen Zeitpunkten.

AnsTageslicht.de gibt es seit 2004. Die Eingabe der vollständigen URL (im Jahr 2026) in das Suchfeld zeigt dieses Ergebnis:

 

Im Zeitraum zwischen 2005 und Mai 2026 hat uns das Internet-Archiv 472 Male gespeichert. Wann und wie oft, lässt sich an den Balken erkennen. Wir wählen hier zunächst das Jahr 2007 aus, und zwar den 23. Juni. Man muss ein klein wenig warten, bis die Maschine diesen Auftritt aus dem Archiv geladen hat: 

 

Auf der alten Website finden sich erste Informationen unter “wir über uns”. Anklicken führt auf eben diese Site und dort wird das Impressum angezeigt. Es finden sich alle relevanten Daten.

Klickt man die einzelnen Themenbereiche an, etwa “Wächterpreis”, dann kann man sich auf alle aktuellen Wächterpreisgeschichten durchklicken. Zum Beispiel auf die die preisgekrönte Geschichte “Besuch der Alten Dame - Maulkorb für die Presse?”

Website von https://web.archive.org am 23. Juni 2007 gespeichert

 

Der hinter dem Bild hinterlegte Link “https://web.archive.org/web/20070623182047/http://www.anstageslicht.de/” führt nicht direkt in die Tiefe des in der Waybackmaschine gespeicherten Auftritts, also etwa direkt auf die Geschichte, sondern nur zur Startseite. Von dort aus läuft die Navigation innerhalb der gespeicherten Baumstruktur des Auftritts.

Würde man die Waybackmaschine für ein Jahr nach 2014 bemühen, als ansTageslicht.de einen kompletten Relaunch durchgeführt hatte, würde die fragliche Geschichte, die man heute ansteuern kann unter www.ansTageslicht.de/AlteDame so aussehen:

Webseite nach 2014, aufgerufen Juni 2026

 

Der Blick ins Impressum zeigt: Es hat sich nichts grundlegendes verändert. 

Wayback für andere Recherchezwecke

1. Rekonstruktion von Domaininhabern

Dies funktioniert nicht immer, jedenfalls nicht für Informationen über die Inhaber von Domains innerhalb der EU. Da gelten seit 2018 strenge Datenschutzregeln, die es Providern verbieten, Auskünfte über “natürliche Personen” als Domainbesitzer zu geben. Nur bei “juristischen Personen” funktioniert das seit Anfang 2026 wieder, weil man erkannt hat, dass Transparenz im Wirtschafts- und Geschäftsleben unverzichtbar ist. 

Ist eine Domain schon lange, konkret bereits vor 2018 im Besitz ein- und derselben Person, kommt man an die benötigten Informationen über wayback heran. Dann muss man nur noch abklären, ob dies heute noch zutrifft. Wir haben das Vorgehen beschrieben im vorangehenden Kapitel Websites und deren Domaininhaber. Der Link führt Sie direkt zum fraglichen Abschnitt.

2. Aufdecken eines russischen Desinformationsnetzwerks mittels Wayback und Google Analytics

Die niederländische Rechercheplattform bellingcat macht nicht nicht nur auf OSINT-Werkzeuge aufmerksam, sondern dokumentiert auch konkrete Anwendungsgeschichten. Wir verlinken hier auf eine Geschichte aus dem Jahr 2024: Using the Wayback Machine and Google Analytics to Uncover Disinformation Networks.

Wer dies nicht in English lesen möchte, kann es sich mittels Google Translate übersetzen lassen.

Summa summarum 

stellt eine Waybacksuchmaschine ein oft unverzichtbares Werkzeug beim Recherchieren dar. Es ist einfach zu nutzen und kostenlos.

Johannes Ludwig