Diese Site lässt sich direkt aufrufen und verlinken unter www.ansTageslicht.de/OSINT-Personen. Sie gehört zum Thema OSINT-Techniken, die wiederum Bestandteil des Themenschwerpunkts Investigativer Journalismus / Investigatives Recherchieren ist: www.ansTageslicht.de/investigativ.
Üblicherweise beginnt man eine Personensuche bei der größten Suchmaschine der Welt. Je mehr eine solche Maschine gespeichert, sprich indexiert (indiziert) hat, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass man fündig wird.
Eine Personensuche kann dabei auf unterschiedliche Aspekte fokussiert sein: Wohnadresse bzw. Nebenwohnsitze, Geburtsdatum und Personen- bzw. Familienstand, akademische Grade und Ausbildung, derzeitige Berufsausübung und Tätigkeiten zuvor, berufliche Netzwerke und Mitgliedschaften in (Berufs)Verbänden, sonstige Aktivitäten und Hobbys, Gesinnung und politische Orientierung u.a.m.
Nicht alles wird man auf Anhieb und auf einen Schlag finden (können). Deshalb sollte man sich im Klaren sein: Eine solche Suche im Internet kann dauern.
Auch muss man berücksichtigen, dass viele betagte Menschen, die nicht computeraffin sind und die keine Emails schreiben, so gut wie nicht im Netz auffindbar sind. Es sei denn, deren Enkel lassen sich hier und da über das Zusammensein mit ihren Eltern oder Großeltern in Sozialen Netzwerken (SM) aus. Auch Ahnenforschung ist selten online möglich, wenn beispielsweise alte Kirchenbücher oder amtliche Meldeunterlagen nicht digitalisiert wurden. Nur in wenigen Fällen geschieht das, etwa aus historischen Interessensgründen. Menschen, die beispielsweise in den 1930iger Jahren auf Grund ihrer jüdischen bzw. nicht-arischen Herkunft aus Deutschland ausgewandert sind, kann man oft in verschiedenen Datenbanken und Nachschlagewerken gelistet finden. Aber das sind Ausnahmefälle.
Man muss daher definieren, worauf genau das Rechercheinteresse bei Personen zielt. Um ein (grobes) Psychogramm eines Menschen erstellen zu können, muss man auf fleißige Aktivitäten in einem der Social Media-Plattformen hoffen. Wer wissenschaftlich unterwegs ist, bei dem wird die Suche einfacher – da gibt es mehrere Plattformen und Datenbanken, weil Forschung und Wissenschaft nicht nur frei, sondern Wissenschaftler daran interessiert sind, dass ihre Ergebnisse auch bekannt werden.
Geht es um Geburtsdaten, Verwandschaftsgraden mit anderen Personen, jetztige und frühere Wohnorte, dann wird die Suche aufwendiger.
Die Suchmaschine Google, die etwa 90% den Suchmaschinenmarkt dominiert, ist u.a. auch länderspezifisch organisiert. In praktisch jedem Land gibt es eine spezifische Google-Maschine. Vormals lauteten die Domains www.google.ch, www.google.fi (Finnland) usw. Inzwischen ist die regionsspezifische Suche in den “Einstellungen” von Google zu finden. Derzeit (2026) befindet sich diese Option ganz unten rechts. Anklicken öffnet ein Auswahlmenü, in dem “Sucheinsellungen”, “Erweiterte Suche” sowie auch “Hilfe zur Suche” u.a. aufrufbar sind.
Unter “Sucheinstellungen”, jetzt auf der rechten Navigationsspalte finden sich “Weitere Einstellungen” und da wiederum kann man “Sprache und Region” auswählen. In dem dann sich danach öffnenden Fenster ist vor allem der Aufruf “Ergebnisregion” wichtig. Anklicken öffnet eine alphabetisch sortierte Länderliste.
Üblicherweise wird man hierzulande quasi automatisch beim Aufruf der Google Suchmaschine die Top Level Domain-Endung “de” benutzen. Alles was an Ergebnissen ausgeworfen wird, ist sozusagen “DSGVO”-konform. Was die Maschine beim crawlen finden und dann auswerfen kann, sind Daten, die in Europa behördlicherseits nicht den strengen Datenschutzregeln unterliegen, sondern sozusagen ‘frei’ gegeben sind. Unternehmen und Personen sind in punkto Bekanntgabe eigener personenbezogener Informationen sehr viel freier, wenn sie es so wollen.
Bedeutet: Wird man mit www.google.de nicht fündig, wonach man sucht, sollte man die US-amerikanische Google-Version aufrufen: www.google.com. In den USA sind die Datenschutzvorschriften weit weniger streng als hierzulande und deswegen kann es sein, dass Informationen, die in europäischen Ländern gesperrt sind, in der amerikanischen Maschine aber indexiert wurden.
Gleiches gilt, wenn Unternehmen, Institutionen oder Personen Google gegenüber auf Löschung bestimmter Sites bestehen. Oder wenn Gerichte entsprechende Verfügungen aussprechen.
Unter den eben genannten “Einstellungen” ganz unten rechts gibt es auch die Option “Erweiterte Suche”. Bei der kann man bestimmte Wörter eingeben, nach denen gesucht werden soll, aber solche auch ausschließen. Ebenso lassen sich hier a) Sprache und b) Region spezifizieren. Es gibt sogar eine Auswahl der Dateitypen, also etwa “PDF”, “xls” oder “Google Earth”. Sogar den Zeitraum kann man bis zu einem Jahr rückwärtse bestimmen
Egal wie: Von da aus sucht Google dann genau nach diesen Vorgaben.
Probieren Sie unterschiedliche Möglichkeiten aus. Den Namen Hans-Peter Müller kann man auf diese unterschiedliche Weisen eingeben: Hans-Peter Müller und jeweils mit oder ohne Umlaut; Müller, Hans-Peter, ebenfalls mit oder ohne Umlaut; Hans Müller, wenn beispielsweise Hans der Rufname ist oder das für Peter zutrifft. Manchmal gibt es Spitz- oder Kosenamen, wie “Pit” oder “Pitti”, “Peterle” usw. Ebenfalls von Bedeutung kann sein, ob man die Namen - in welcher Reihenfolge auch immer - in Gänsefüßchen setzt, also Google die Vorgabe macht, exakt diese Schreibweise zu beachten.
Was man für die vergleichsweise fast einfache deutsche Schreibweise ausprobieren kann, sollte man unbedingt bei nicht-deutschen Namen machen, die sich - je nach Sprache - durch unterschiedliche typografische Besonderheiten auszeichnen. Im Deutschen gibt es z.B. das “ß” ("scharfes s"). In Frankreich zwei verschiedene Akzente für diverse Vokale. In Griechenland den Zirkumflex. Usw.
Nicht gerade selten kommt es vor, dass man beim Ausprobieren solcher Details dann doch mehr findet als mit einer einfachen Suche. Machen Sie selbst einen Test, um zu sehen, wie unterschiedlich die Ergebnisse ausfallen können. Der Möglichkeiten gibt es viele!
Nicht nur Google hat seinen Sitz in den USA. Auch viele anderen kommerziellen Anbieter, die Information über Personen sammeln und verkaufen. Schon deswegen, weil es dort die Institution “Einwohnermeldeamt” nicht gibt, also keine Melderegister. Die wenigen amtlichen Daten beschränken sich auf die Sozialversicherungsnummer und den Führerschein.
Weil solche Informationen kosten, bieten einige Dienstleister zu Werbezwecken für eine begrenzte Zeit ein kostenloses Testabo an. Auch wenn das nicht ausdrücklich angeboten wird, kann man nachfragen.
Die bekanntesten Anbieter sind
Manche bieten weitergehende Leistungen an, indem sie von Personen deren Verbindungen in andere digitale Netzwerke (Blogs, Chats, Social Media etc) und/oder analoge Vereinigungen (Zugehörigkeit zu Institutionen, ehrenamtliche Engagenemts u.ä.), Bankverbindungen, Schulden oder auch Verurteilungen und Gefängnisstrafen wegen Straftaten gesammelt haben. Manchmal kennen sie sogar Alias-Namen. Solche Informationen werden vor allem an Unternehmen verkauft, die über Bewerbungen entscheiden müssen.
Die Anzahl solcher kommerziellen Anbieter ist groß. Jährlich kommen neue hinzu, andere verschwinden wieder, man muss ausprobieren, was funktioniert. Und nicht alle haben Datenbestände für Länder außerhalb den USA.
Wenn man Personen nicht finden kann, von denen man annimmt, dass sie - aus welchen Gründen auch immer - nicht prominent präsent mit Informationen aus ihrer Privatsphäre auftauchen wollen (Politiker, Unternehmensmanager, Behördenangestellte, Vertreter der Justiz u.a.), kann man es mit intelligenten Suchstrategien versuchen.
Wenn beispielsweise die von Ihnen Gesuchten sich nicht selbst darstellen, könnte es sein, dass Nachbarn am Wohnort, Berufskollegen, Bekannte, Freunde oder sogar die eigenen Kinder das auf ihren privaten digitalen Social Media-Kanälen tun.
Beispiele:
Undsoweiter. Investigativ recherchieren im Internet heißt auch dort: Man muss das Gehirn einschalten.
Gleiches gilt, wenn man auf Social Media (SM)-Plattformen sucht. Darum geht es im nächsten Kapitel.