Was sich zunächst als einleuchtend darstellte, dass nämlich die dafür benötigten knapp 5 Mrd. Euro in keinem Fall den Staatshaushalt belasten sollte, erwies sich schnell als Utopie. MAPPUS, der bis dahin eine 58jährige CDU-Vorherrschaft in Baden-Württemberg repräsentierte, war einer der eifrigsten Kernkraftbefürworter. Zum Zeitpunkt der ebenfalls überraschend inszenierten Pressekonferenz Anfang Dezember 2010 war es nur das Thema "Stuttgart 21", das den Ministerpräsidenten Sorge bereitete - der Widerstand gegen dieses Großprojekt wuchs und erfasste breite Schichten der sonst eher bürgerlichen und schwäbisch-sparsamen Bevölkerung. Was MAPPUS dann endgültig den Strich durch seine finanzielle wie politische Rechnung machte, war das Datum des 11. März 2011, knapp 2 Wochen vor der Landtagswahl: der GAU von Fukushima.
"Stuttgart 21" und Fukushima brachten dann im "Ländle" einen Paradigmenwechsel: hin zu einer grün-rot geführten Landesregierung.
Mit
- diesem Wechsel und
- mit den politischen Entscheidungen auf Bundesebene, nämlich dann doch den Aussstieg aus dem Ausstieg (Laufzeitverlängerung 2010) aus dem dem von Rot-Grün vereinbarten Ausstieg aus der Atomenergie (Atomkonsens 2000) hin zu einer Energiewende zu praktizieren,
wurde das von MAPPUS idealisierte "Stück moderner Industriepolitik" immer obsoleter. Die finanzielle Rechnung erwies sich als Makulatur.
