Horst TELTSCHIK hat den ungewöhnlichen Anruf in seinem 1000-Seiten-Wälzer „Die 329 Tage bis zur deutschen Einigung“ aufgeschrieben. Das 1,7 Kilo schwere Tagebuch ist seit Herbst 2024 erhältlich. Es entstand unter Mitarbeit des Wiener Historikers Michael GEHLER und gibt chronologisch und detailliert den politischen und auch wirtschaftlichen Handel wieder, der sich vor 35 Jahren zwischen der überraschenden Öffnung der innerdeutschen Grenzen am Abend des 9. November 1989 und dem Vollzug der Deutschen Einheit am 3. Oktober 1990 abgespielt hat. Einer der wichtigsten Händler und Boten an dieser Front: TELTSCHIK selbst.
So öffnet sein Buch spannende Einblicke in die Wende-Tage. Das gilt für Details. Wie es zur 10-Punkte-Erklärung KOHL's kam, in der erstmals von einer staatlichen Einheit Deutschlands die Rede war. Dass der Kanzler wenig später die Einheit lieber noch mal, vielleicht sogar um zehn Jahre, aufschieben wollte. Dass Helmut KOHL Angst ums eigene Leben hatte, weil sein Freund, der Bankmanager HERRHAUSEN, Chef der Deutschen Bank,, in eine tödliche Terror-Falle geraten war. Dazu das Zitat aus dem Notizblock: „Wenn sie das System treffen wollen, müssen sie den Spitzenmann treffen“.
